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Schach – Das königliche Spiel

Thurid Schmidt

In der Zeit vom 04. - 06.01.2019 nahm ich an dem Qualifikationsturnier zur Deutschen Schachamateurmeisterschaft (DSAM) in Potsdam teil. Schach ist neben dem Segeln meine zweite Leidenschaft. Die Meisterschaft wurde 2001 anlässlich des 125-jährigen Jubiläums des Deutschen Schachbundes ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich zwischen Oktober und Mai/Juni vom Deutschen Schachbund ausgetragen. Sie ist offen für Schachspielerinnen und Schachspieler mit einer Wertungszahl bis 2300 TWZ. Gespielt wird in 7 unterschiedlichen Wertungsgruppen (A bis G). In Potsdam waren insgesamt fast 500 Teilnehmer am Start, darunter mehr als 50 weibliche Schachspielerinnen. In den stärksten Gruppen waren namhafte Titelträger vertreten, wie der Vizeweltmeister von 2014 des Blindenschachweltverbandes IBCA, IM Oliver Müller. Auch der Präsident des Berliner Schachverbandes, Carsten Schmidt war in der Gruppe A am Start. Austragungsort war das Kongresshotel Potsdam am Templiner See. Eine landschaftlich sehr schön gelegene Lokation mit einem tollen Ambiente.
Der Vorteil bei den 7 Wertungsgruppen ist der, dass man auf gleichstarke Spieler trifft. Gespielt wurden 5 Runden Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 90 min. für 40 Züge und 15 min. für die restliche Partie sowie 30 Sek. Zeitzuschlag vor jedem Zug. Meine TWZ lag bei der Anmeldung bei 1166. Somit war ich Spielberechtigt in der Gruppe G.
Am Freitag vor der 1. Runde gab es eine kurze Begrüßung und Ansprache über den Ablauf des Turnieres. Um 10:00 Uhr ging es dann endlich los. Meine 1. Runde verlief zufriedenstellend und endete im Remis.
Die 2. Runde verlief nicht ganz so gut. Aus der Eröffnung recht gut raus gekommen stand ich im Mittelspiel besser und hatte einen recht guten Angriff. Leider unterlief mir dann kurz vor Ende der ersten Zeitkontrolle ein Fehler und ich übersah einen entscheidenden Figurengewinn. So ging diese Partie verloren. Ein wenig ärgerte ich mich darüber. Wer wollte, konnte seine Partie von GM Robert Rabiega analysieren lassen, was viele Spieler aus den höheren Gruppen auch nutzten. Ich analysierte meine Partie mit einem Spieler aus der Gruppe E. Er gab mir dabei viele wertvolle Tipps, die ich in den nächsten 3 Runden auch recht gut umsetzte.
Die 3. Runde am Samstagvormittag ging nach einem Läuferopfer klar an mich.
Vor der 4. Runde am Nachmittag wurden Schachspieler für ihre 10 malige bzw. 25 malige Teilnahme bei den DSAM geehrt. Für die 10. bzw. 25. Teilnahme bekommt man je eine Urkunde mit Namen und eine Anstecknadel in Form des Springersymbols der DSAM. Hat man 50x teilgenommen, bekommt man neben der Urkunde einen goldenen Springer. Für die 100ste Teilnahme, vor der ein Schachspieler demnächst steht, wollen sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen.
Runde 4 war lange Zeit eine recht ausgeglichene Stellung. Nach einem Schlagabtausch Springer gegen Springer, Bauerntausch und Turmtausch machte meine Gegenspielerin jedoch einen Fehler und verlor dadurch einen Turm. Mit einem ganzen Turm und 1 Mehrbauern ging ich ins Endspiel. Nach einem weiteren Bauerngewinn gab meine Gegenspielerin auf.
Mit 2,5 Punkten ging ich in die letzte Runde am Sonntagvormittag. Mein Gegenspieler hatte bisher 3 sichere Punkte erspielt. Es würde kein leichtes Spiel werden, so dachte ich zumindest. Einigermaßen gut aus der Eröffnung rausgekommen, geriet ich im Mittelspiel etwas in Nachteil. Im 15. Zug übersah mein Gegner eine Bauerngabel auf Springer und Dame. Er musste seinen Springer geben um die Dame zu retten. Nach einem Schlagabtausch lag sein König frei, bedroht von meiner Dame und 2 Springern. Nach einigen Schachs und einem weiteren Bauerngewinn gab mein Gegenspieler auf.
Am Ende hatte ich 3,5 Punkte. Genauso viel wie der 9. Platzierte. Durch die Buchholzwertung (Feinwertung, die sich aus den Punkten meiner Gegner zusammensetzt) landete ich schließlich auf einem guten 15. Platz von 78 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Mit diesem Ergebnis konnte ich mehr als zufrieden sein.
Gegen 14:30 Uhr endete das Turnier mit der Siegerehrung. Die ersten 7 einer jeden Wertungsgruppe qualifizierten sich für das Finale in Magdeburg und bekamen wertvolle Preise.
1. Platz: 250 Euro, gestiftet vom Deutschen Schachbund durch Überweisung auf das Konto.
2. Platz: Millennium Chess Genius Pro Schachcomputer im Wert von 159 Euro
3. Platz: Individuelle Analyse Ihrer Partien und eine Trainerstunde durch den Bundestrainer oder den Bundesnachwuchstrainer
4. Platz: Einkaufsgutschein für BestSecret im Wert von 100 Euro
5. Platz: Millennium Chess Genius Schachcomputer im Wert von 99 Euro
6. Platz: Einkaufsgutschein für ChessBase im Wert von 66 Euro
7. Platz: Einkaufsgutschein eines Schachhändlers Niggemann im Wert von 50 Euro
Zusätzlich erhielten die ersten drei einer Wertungsgruppe einen Pokal.
Am Ende verlosten GM Rainer Polzin und Martin Fischer von der Fa. Chessbase unter allen Teilnehmern noch je 2 Freiplätze für ein Simultan mit der Schachlegende Robert Hübner, für das Emanuel Lasker Blitzturnier sowie für das Jugendschnellschachturnier U25. Diese Veranstaltungen finden alle im Rahmen der zentralen Runde der Schachbundesligen der Damen und Herren in der Zeit vom 01. – 03.03.2019 in Berlin statt.
Zwischen den einzelnen Runden konnte man an einer Taktikchallenge (Lösen von Schachaufgaben) teilnehmen. Auch hierfür wurden unter den Teilnehmern Preise (Lernsoftware) verlost.
Mit 3.5 Punkten habe ich die Qualifikation für das Finale in Magdeburg knapp verfehlt. 4 Punkte bei guter Buchholzwertung waren in Potsdam hierfür erforderlich. Ende März findet noch ein Qualifikationsturnier in Darmstadt statt. Für dieses habe ich mich angemeldet. Liegt es doch fast um die Ecke. Vielleicht schaffe ich ja da den Sprung unter die ersten 7 in der Gruppe G. Auf alle Fälle habe ich in Potsdam meine Wertungsziffer um ganze 10 Punkte verbessern können. Ein schöner Erfolg.

© Text und Fotos: TS

 

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