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Von einem, der auszog,
Rudolf zu suchen

Hartmut Radowsky

26.12.2017 - 2. Weihnachtsfeiertag
Wieder einmal ist Weihnachten fast vorbei und wieder einmal gab es keine weiße Weihnacht.
Da fragt man sich dann, wie kam der Weihnachtsmann da eigentlich zu den Menschen. Und nicht nur das, ich frage mich auch, sind sie wieder gut zurück gekommen? Ist Rudolf wieder bei seiner Familie angekommen?
Diese Frage beschäftigte mich dann so sehr, dass ich mich anzog um nachzusehen. Aber wo??? Wo könnte ich Rudolf finden?
Nach einer Zeit des Überlegens fiel es mir dann plötzlich ein... im Zoo, wo sonst könnte er wohl ungestört leben und Kraft für nächstes Jahr Weihnachten sammeln.
Also machte ich mich auf den Weg. Kaum angekommen, sah ich ihn.
"Hallo Rudi", rief ich ihm zu, aber er schaute mich nicht einmal an. "Irgend etwas stimmt hier nicht", dachte ich noch so bei mir, als ich auch schon sah, was nicht stimmte. Dieses Tier hatte gar keine rote Nase, es konnte gar nicht Rudolf sein. Und außerdem stand auf einem Schild geschrieben, dass es sich um einen "Mesopotanischen Dammhirsch" handelt.
Also weiter suchen.
Ein paar Gehege weiter war ich dann am Ziel - dachte ich. Aber bei näherem Hinschauen konnte das auch nicht der Rudolf sein. Mit den Hörnern kann man Weinflaschen öffnen, aber vor dem Schlitten des Weihnachtsmannes...???
Und ohne rote Nase? Nein, das konnte nicht Rudolf sein. Bei nährerm Hinschauen stellte ich dann fest, es handelte sich um eine Kafue-Litschi-Moorantilope. Wobei sich mein Hinschauen mehr auf das am Gehege angebrachte Schild bezieht.
"Suchst du jemanden" wurde ich plötzlich angesprochen. "Ja, ich suche... bist du vielleicht..." fing ich an zu stottern.
Ich schaute auf, sah dem Kronenkranich in die Augen und sagte ihm: "Hey, du must mal wieder zum Friseur gehen". Dann setzte ich meine Suche fort.
Dann sah ich ihn. Schon von Weitem war deutlich zu erkennen, da steht Rudolf.
Die rote Nase war zwar nicht zu sehen, aber ich war mir sicher, das ist er.
Dummer weise stand an dem Schild "Prinz-Alfred-Hirsch". Also auch kein Rudolf.
So langsam machte ich mir Sorgen. Sollte er vielleicht von seiner langen Reise noch nicht zurück sein? Aber noch gab ich nicht auf.
Weiter ging es und schon nach wenigen Schritten keimte wieder Hoffnung auf.
Aber nein, das war auch nicht der gesuchte Rudolf. Das war wieder so ein Korkenzieher, eine Elenantilope

So langsam schwand die Hoffnung in mir. Blieb mir nur noch zu glauben und zu wünschen, dass Rudolf noch unterwegs war und noch nicht zu Hause angekommen war.
Vorbei gings an den letzten Gehegen Richtung Ausgang. Die Tiere nahm ich nur noch unterbewusst wahr. Zu sehr hingen meine Gedanken bei Rudolf und seiner langen Weihnachtsreise.
Fast am Ausgang angekommen, blitzte mich tatsächlich noch eine rote Nase an.
"Tschüss Rudi" murmelte ich vor mich hin, überzeugt davon, in den nächsten Tage noch einmal zu gucken, ob er dann inzwischen angekommen ist.

© Text und Fotos: HR

 

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