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Unter "On Tour" sind Termine für folgende Bands vorhanden: Feuerschwanz + + + Fools Garden + + + Matthias Reim + + + Niedeckens BAP + + + The Hooters + + + Kim Wilde

Isi unterwegs auf den Routen der Hanse und Wikinger…
Ein Stück in 10 Akte…

Isi
Der Ozean… unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer des alten Passagierschiffs Aida Cara, das mit seiner Mannschaft und den Gästen unterwegs ist, um fremde Länder zu erforschen, anderes Leben und unbekannte Zivilisationen. Viele Seemeilen von zu Hause entfernt dringt sie dabei in Gewässer vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Logbuch des Passagiers 0815 / Eintrag Nummer 8: Riga, Lettland

Riga, die Hauptstadt Lettlands, erreichten wir pünktlich um 14 Uhr. Und während wir auf der Düna, dem Strom, der vom Meer aus nach Riga fließt, direkt Kurs auf die Stadt nahmen, passierten wir den großen Hafen mit den großen Kreuzfahrtschiffen und legten direkt neben der Altstadt an. Näher geht es quasi nicht mehr. Der Vorteil des kleinen Schiffes, da war er!
Und hier sollten wir dann auch über Nacht, bis zum nächsten Tag 16 Uhr bleiben. Dass es aufgrund einer unvermuteten Routineprüfung der Küstenwache dann 20 Uhr wird, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Riga diente bereits im 12. Jahrhundert als Handelsplatz. Ende des 13. Jahrhunderts schloss sich die Stadt der Hanse an. Angeblich soll dort 1510 der Brauch, einen Tannenbaum zu Weihnachten zu schmücken, aufgekommen sein. Dass dort der erste Weihnachtsbaum der Welt geschmückt wurde ist jedoch umstritten. Zudem habe ich gehört, dass dieser Brauch heidnischen Ursprungs ist und die Bäume ursprünglich mit der Spitze nach unten an der Decke aufgehängt wurden um böse Geister zu vertreiben.
Unter schwedischer Fahne im 17. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einer der größten Metropolen des Landes. 1710 übernahm Russland jedoch die Herrschaft. Der deutsche Einfluss ging jedoch bis ins 19. Jahrhundert nie verloren, so dass bis dahin die Amtssprache sogar Deutsch war.

Nach Ende des ersten Weltkrieges wurde die Republik Lettland ausgerufen. Während der Machtspiele im 2. Weltkrieg war Riga eine umkämpfte Stadt und abwechselnd von den Nationalsozialisten und den Sowjets erobert. Erst 1990 wurde, nach vielen Jahren russischer Herrschaft, Lettland wieder autonom und seit 2004 ist das Land sogar Mitglied der EU.
Wir bummelten am Nachmittag etwas ziel- und ahnungslos durch die wunderschöne Altstadt. Erst am Abend spazierten wir mit einer geführten Tour durch die geschichtsreichen Straßen. Und das würde ich jedem Besucher ebenfalls raten, da man die kleinen Gässchen und versteckten Perlen des UNESCO-Weltkurturerbes ansonsten gar nicht findet.
Ein inoffizielles Wahrzeichen der Stadt sind schwarze Katzen. Dies ist auf zwei Kupferstatuen auf den Spitzen eines Hauses zurückzuführen. Ein reicher Kaufmann kaufte das Grundstück, da es gegenüber einer großen Gilde lag in die er nicht aufgenommen wurde. Erbost darüber baute er daraufhin das Haus und setzte auf die Dachspitzen je eine Katze mit dem Hinterteil auf die Gilde gerichtet. Diese Unverschämtheit zeigte Wirkung und es kam zu Gerichtsverhandlungen, die sich über eine Zeit zogen. Am Ende durfte er die Katzen am Dach lassen, musste jedoch den Allerwertesten wegdrehen!
Riga ist sicher eine eigene Reise wert! Wir hatten gerade mal genug Zeit durch die wunderschönen Gassen zu schlendern, den ein oder anderen ‚schwarzen Balsam' in der ‚Apotheke' zu trinken. Schwarzer Balsam ist nämlich Medizin und hilft gegen alles! Tatsächlich ist es ein wohlschmeckender Kräuterbalsam, der in 3 Sorten zu kaufen ist.
Pünktlich um 15 Uhr waren wir bereits wieder zurück an Bord, mit einer großen Ausbeute an Mitbringsel und einem Zacken in der Krone! (auch das Bier in Riga is lecker, ja mei).
Die Nachwehen der unvermuteten Routineprüfung bekamen wir dann auch noch zu spüren. So ging das Toilettenssystem am Schiff nicht. Wie wir erfuhren, mussten für die Prüfung sämtliche System abgeschaltet werden. Und das Hochfahren oder Booten nahm dann doch mehr Zeit in Anspruch, so dass erst nach und nach alles wieder funktionierte und wir statt um 16 Uhr, dann gegen 20 Uhr endlich ausliefen.
Das Bibbern ob wir rechtzeitig am nächsten Tag in Klaipeda ankommen würden begann … ebenso wie der Seegang, da der Kapitän alles aus den Motoren holte was ging…. Urgh.

To be continued, maybe on time or not?

© Text und Fotos: Isi

 

Isi-shooting

 

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