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Unter "On Tour" sind Termine für folgende Bands vorhanden: Alina + + + Fools Garden + + + J.B.O. + + + Kelly Family + + + Matthias Reim + + + Niedeckens BAP + + + Runrig + + + The Hooters + + + Wahnsinn (Musical)

Isi unterwegs auf den Routen der Hanse und Wikinger…
Ein Stück in 10 Akte…

Isi
Der Ozean… unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer des alten Passagierschiffs Aida Cara, das mit seiner Mannschaft und den Gästen unterwegs ist, um fremde Länder zu erforschen, anderes Leben und unbekannte Zivilisationen. Viele Seemeilen von zu Hause entfernt dringt sie dabei in Gewässer vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Logbuch des Passagiers 0815 / Eintrag Nummer 7: Tallinn, Estland
Tallinn ist die Hauptstadt von Estland und mit 395.000 Einwohner die größte Stadt des Landes. Estland selbst war schon immer ein umkämpftes Gebiet der umliegenden Staaten. So war es im Mittelalter durch Skandinavien und Deutschland gemeinsam besetzt (im Norden die Dänen, im Süden deutsche Kreuzritter). Später bekam Polen den Süden und Schweden den Norden (alsbald erkämpften sich die Schweden auch den Süden). 1721 war es gar Russland angeschlossen. Im ersten Weltkrieg wurde es durch deutsche Truppen besetzt. 1918 schließlich wurde Estland frei um schon 1940 wieder durch Besetzen der Roten Armee sowjetisch zu werden. Das wollten die Esten aber gar nicht mehr und nach zahllosen, friedlichen Massenkundgebungen wurde 1991 das Land endlich wieder frei. Seit 2004 ist Estland sogar Mitglied der EU.
Zugegebener Maßen hatte ich mich aber auf Tallinn, bzw. Estland im Vorfeld herzlich wenig vorbereitet. Ich hatte also nicht den blassesten Schimmer was mich an diesem Tag erwarten würde.
Dies hatte auch zur Folge, dass ich eine völlig überflüssige Hop-on-hop-off-Karte gleich zu Anfang ergatterte, um dann im Anschluss festzustellen, dass wir den mittelalterlichen Stadtkern von Tallinn vom Liegeplatz unseres Schiffes aus bequem zu Fuß erreichen konnten.
Aber wenn man schon mal so ein Ticket hat, dann nutzt man es auch. So fuhren wir ein paar Stationen um dann von der zur Stadt am nächsten gelegenen Haltestelle fast genauso weit in die Innenstadt zu latschen als vom Hafen aus, nur dass wir am anderen Ende anfingen. Zumindest rollten wir das Feld von hinten auf, dachten wir. Aber weit gefehlt. Außer unserem Schiff lagen noch die dreimal so große Aida Mar vor Tallinn, sowie weiter draußen ein paar richtig olle Brummer mit jeder Menge Amerikaner … und die waren alle vor uns da und längst an diesem Ende der Stadt angekommen.

Trotz allem war Tallinn für mich das Highlight der Reise hinsichtlich Wohlbefinden. Die Stadt mit dem kleinen aber feinen mittelalterlichen Kern und den vielen, teilweise kleinen und verwinkelten Gassen strahlt eine Wärme und einen Charme sondergleichen aus, und das obwohl es sich uns in bestem Aprilwetter präsentierte.
Angetan haben es mir auch die Einwohner von Tallinn, die alle sehr zufrieden und zuvorkommend, wenn auch angenehm zurückhaltend auf mich wirkten. Zu meiner Überraschung sprechen sogar viele Leute dort Deutsch. Auf meine Frage hin wieso, erhielt ich die Auskunft, dass es als zweite Fremdsprache, neben Russisch, in der Schule auf dem Lehrplan steht.
In einem der kleinen, verwinkelten Nebengässchen verschlug es uns in das Museum der estnischen Trinkkultur, das sich versteckt in einem alten Haus befindet und im Grunde aus einer kleinen Bar, einem Verkaufsraum und den Kellerräumen besteht. Es drehte sich alles um die Firma Luscher & Matiesen, die eine ziemlich bewegte und lange Geschichte vorzuweisen hat, die einem von dem freundlichen jungen Mann an der Bar bei einer Flasche estnischem Craft-Beer erzähl wird.
Natürlich verschlug es mich auch wieder in einen Supermarkt, besser in ein Shopping Center. Dort wurde ich von einem sehr netten Metzger mit Probierchen von seinen Wurstsorten durchgefüttert, obwohl er wusste ich würde keine kaufen, da Wurst nicht mit auf das Schiff genommen werden darf. Es war ihm offenbar genug zu wissen, dass mir die Wurst so gut schmeckt, dass ich eine kaufen würde wenn ich sie mitnehmen dürfte! hehe
Ansonsten hat Tallinn noch jede Menge mehr zu bieten, aber bei nur ein paar Stunden Aufenthalt schafften wir es gerade mal die Innenstadt zu Fuß zu erkunden, ein Päuschen mit Kaffee und Kuchen zu machen und wenigstens noch eine kleine Runde mit dem erworbenen Busticket in die äußeren Bezirke zu machen.
Tallinn ist überall äußert sauber und nett anzusehen. Die alten kommunistischen Hochhausbauten wurden mit Farbe bepinselt und individuell renoviert, z.B. mit einem gläsernen Treppenhaus (sah richtig gut aus) oder mit kleinen Balkonen überall.
Aber auch der schönste Tag ging zu Ende, und wir machten uns auf um mit ‚Sail away' Estland zu verlassen. LETTLAND WIR KOMMEN!!!

To be continued!!!

© Text und Fotos: Isi

 

Isi-shooting

 

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