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Unter "On Tour" sind Termine für folgende Bands vorhanden: Alina + + + Ben Zucker + + + Jorge Blanco + + + Kelly Family + + + Runrig + + + Toto

Isi unterwegs auf den Routen der Hanse und Wikinger…
Ein Stück in 10 Akte…

Isi
Der Ozean… unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer des alten Passagierschiffs Aida Cara, das mit seiner Mannschaft und den Gästen unterwegs ist, um fremde Länder zu erforschen, anderes Leben und unbekannte Zivilisationen. Viele Seemeilen von zu Hause entfernt dringt sie dabei in Gewässer vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Logbuch des Passagiers 0815 / Eintrag Nummer 2: Visby / Gotland

Wer kennt es nicht…. das schwedische Gotland mit der Hansestadt Visby.

Nun ja, ihr könnt ehrlich sein. Auch ich habe mich vorher nicht groß mit Gotland beschäftigt. Dabei ist es uns allen ein Begriff aus der architektonischen Kunstgeschichte. Denkt nur an den germanischen Stamm der Goten, oder den gotischen Stil. Irgendwie hat das alles auch mit Gotland zu tun, oder dem dort lebenden Stamm der der Sage nach auszog um große Reiche zu errichten.
Tatsächlich lebten auf Gotland schon vor 5000 Jahren Menschen und Visby soll zur Zeit der Wikinger bereits ein bedeutender Marktplatz gewesen sein, da es auf der Route zwischen dem Westen und dem Baltikum für die sogenannten Gotlandfahrer ein wichtiges Handelszentrum war. Später wurde es zur wichtigsten Hansestadt der Ostsee.
Dass Gotland schön ist, wusste zum Beispiel auch Ingmar Bergmann, der schwedische Filmregisseur. Der liebte die Insel, insbesondere Fårö, so sehr dass er einige Filme dort drehte und letztendlich sogar seinen Lebensabend dort verbrachte und starb. Bis heute gibt es ein jährliches Bergman-Festival auf Gotland, zu dem auch der ein oder andere VIP kommt.
Leider hat man auf so einer Kreuzfahrt immer nur begrenzt Zeit an den einzelnen Destinationen. So mussten wir uns entscheiden welchen Teil der Insel wir genauer unter die Lupe nehmen und wählten den Norden.
Nach einer kurzen Landschaftsfahrt machten wir unseren ersten Stopp bei einer der hundert Kirchen auf der Insel. Wir wählten die mittelalterliche Kirche von Bro, die ganz furchtbar alt ist… so wie ich. Darum kann ich mich nicht mehr erinnern was über den Zeitpunkt des Baus erzählt wurde.
In die Kindheit zu Michel aus Lönneberga zurück versetzt wurden wir im Bunge-Museum, einem Freilichtmuseum mit originalen landestypischen Bauernhäusern und -höfen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, sowie rekonstruierten Gräberfeldern. Bei strahlendem Sonnenschein schlenderten wir durch die Holzhäuser und Mühlen. Ein eigenartiges, teils schönes, teils unbehagliches Gefühl zu wissen, dass hier in diesen Häusern Menschen aus einer ganz anderen Zeit lebten, liebten und auch litten. Ich entdeckte ein in das Holz einer Scheune geritztes Schiff. Wer sich hier wohl künstlerisch verewigte?
Wir setzten auf die Insel Fårö über und nach einem kurzen Mittagsstopp in einem wunderbar urigen kleinen Gasthaus, in dem ich den bis jetzt besten Lachs meines Lebens aß, gings auch schon weiter in das Raukgebiet von Langhammars, einem mit bizarren Felsformationen bestückten Strand.
Die Zeit war viel zu kurz dort und wir mussten wieder weiter zurück nach Visby, der Hauptstadt Gotlands, die zum UNESCO Welterbe ernannt wurde und im 12. Jahrhundert einer der führenden Handelshäfen war. Es blieb noch ein bisschen Zeit um die engen Gassen, die alten Gemäuer und die einladenden Geschäfte zu erkunden bevor wir mit den Tenderbooten (das sind die Rettungsboote, die auch eingesetzt werden wenn ein Anlegen nicht möglich ist) wieder zurück auf unser schwimmendes Zuhause durften, wo uns eine pensionierte (gleichermaßen engagierte) Volkstanzgruppe zu ‚Rosamunde' aus dem Hafen ‚tanzte'. Jaha! Das muss man gesehen haben! To be continued!!!

© Text und Fotos: Isi

 

 

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