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Ein Buch entsteht
Eine Schriftstellerin erzählt

Karin Fehde

Moin moin liebe Leser,
Hier bin ich wieder. Eure Hamburger Deern mit den 4 letzten Blättern aus meinem Koffer: „Ein Koffer voller Monate“ für September, Oktober, November und Dezember. Jeder Monat wird in Kurzform umrissen. Aber aufgepasst!!! Am Schluss dieses gesamten Artikels folgen 4 Fragen zum Gewinnen eines Buches – handsigniert – direkt von mir. Neugierig geworden? Also beginne ich mit dem September, der vom Interessanten zum Spannenden und Goldenem wechselt. Benannt wurde der September nach dem gregorianischen Kalender. Der Herbst beginnt und kündigt das baldige Ende der Erntezeit an. Nur ungern haken wir den Sommer mit all seinen Freuden und seiner Wärme ab. Reisegedanken. Wohlergehen. Den Sand auf der nackten Haut spüren und sich fallen lassen. Dem Wellenrauschen lauschen oder zum Gipfel kraxeln. Ausflüge mit dem Pferd oder einfach Eis schlecken. Doch leider ist das Leben kein Wunschquartett. Mit Schrecken keimt die Erinnerung an den Beginn des zweiten Weltkrieges am 1. September 1939, dem Überfall in Polen auf. Dazu der unmenschliche Terroranschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center in Amerika. Die Welt versank in Trauer. Es wird immer unvergessen bleiben. Viel Schlimmes hat den Weg bis zum September passiert und fortgesetzt, unter anderem der gigantische Torfbrand in Meppen/Emsland 2018.
Trotz allem verheißt der Engelmonat uns vorwärtszuschauen. Durch ein persönliches Erlebnis kam mir dieser Spruch in den Sinn:
„Wenn der Himmel brennt und die Erde Feuer fängt,
wenn Stürme hinweg brausen und die Nacht alles verschlingt,
dann sei gewiss, das Gottes Engel dich schützend umgeben sind.“ Das bunte Laub an den Bäumen lässt uns staunen, verweilen, oft davon mit der Kamera ein Foto zu machen. Noch einmal Durchatmen und den Zugvögel nachsehen.
Der Herbst sendet seine Boten. Nur in München tobt das Leben auf dem weltbekannten Münchner Oktoberfest.
Mit dem frommen Wunsch: „Mag das Gute bleiben und dem Bösen den Kehraus machen,“ schließe ich dieses Kapitel mit der Frage: … Liebe Leser was passiert, wenn sich das Böse urplötzlich festsetzt? Dieses erlebt Ihr in meiner Geschichte: „Das andere Gesicht“. Es spielt in dem idyllisch verschlafenen Dorf Missunde an der Schlei. Vielleicht kennt der ein oder andere das Dörfchen, das seinen Charme gerade zur Rapsblüte verströmt. Dort kann man so herrlich mit der Fähre über die Schlei übersetzen. Der Fährmann wird oft mit Fragen gelöchert:“ Gibt es hierin Krokodile? oder Kindermund stimmt lustig ein umgeändertes Lied an
„Eine Fährfahrt die ist lustig - Eine Fährfahrt die ist schön,
dabei kann man selbst heute viele Fische spucken sehn“
Der Fährmann verliert nie die Geduld, wenn ihn kleine Knirpse mit Fragen löchern. Wer möchte da nicht mit ihm schippern?

Doch eines Tages verfinsterte sich der Himmel über Missunde. Gewitterwolken türmten sich zuhauf und Alva, eine Hebamme, radelte gerade auf eine alte Linde zu als ein Blitz direkt neben dem Baum einschlug. Sie zuckte zusammen…Ein schlechtes Omen? Nach einem Schreckensmoment setzte sie ihre Fahrt zu einem historischen Gutshaus fort. Sie stellte ihr Fahrrad ab, nahm ihren zerbeulten Lederkoffer und begab sich hinein. Ein gellender Schrei schallte ihr entgegen. „Hallo!“ Niemand rührte sich. Stattdessen drang abermals ein lauter Schrei durchs Haus. Sie ging dem Schreien nach bis sie zu einem großen rosa farbig gestrichenen Schlafzimmer gelangte und trat ohne anzuklopfen ein. Es war schummrig drinnen. Eine mit Metallrosen verzierte Deckenlampe gab ein spärliches Licht von sich. Auf einem Lehnstuhl fand sie die Hausherrin Helga, die sich krampfhaft die Ohren zu hielt. Sie grüßte nur knapp und zeigte auf die Gebärende. Hoffentlich geht alles gut‘, ging es Alva durch den Kopf. Vom Hören und Sagen war die Gutsherrin unberechenbar und launisch. Hinter ihrem Rücken nannte man sie Hexe. Nicht nur wegen ihrer roten Haare. Sie wollte nur eins, ein Kind, ihr Kind … Von all dem ahnte Alva nichts. Und wer war das Mädchen im Bett? ... Lese wie es weitergeht …Helga nannte sie Edda, die Leihmutter. Einst war sie völlig abgerissen zu dem Gut gekommen mit einem Zettel in der Hand. Darauf stand: „Edda – Dominica – Arbeit“. So nahm ein unvorstellbares Geschehen seinen Lauf. Sie konnte kein Wort Deutsch und nahm es entsetzt hin, als Helga ihr liebkosend den Gutsverwalter Sven vorstellte. Er war ein Hüne von Mann. Blond und blauäugig. Imponierend ließ er seine Muskeln spielen. Helga führte etwas im Schilde. Sven führte aus was ihm aufgetragen wurde. Doch in ihm regte sich schon bald sein Gewissen. Damit war sein Schicksal besiegelt. Helga kannte kein Erbarmen. Sie wollte nur eins – ihr Kind.
Edda lernte inzwischen etwas Deutsch und wusste, dass sie Helgas Kind gebären würde. Sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass es dem Kind hier gut gehen würde. Aber sie kannte Helgas Pläne nicht… Sie gebar zwei niedliche Kinder. Einen rosigen kräftigen Jungen und ein blasses behindertes Mädchen. Edda nannte sie Magnus und Ingrid. Sie lächelte sanft. Dann stöhnte sie laut auf. Wieder und wieder. Helga fluchte und gab Alva den Befehl ihr endlich die Medizin zu geben, damit Ruhe einkehrte. Helga riss den kleinen Jungen an sich und jubelte. „Sieh, es ist mein Kind. Nur meins. Nun gib Edda endlich die Medizin. Es ist nicht mehr zum Aushalten.“ Die Hebamme tat zitternd wie ihr geheißen und deckte nach einer Weile ein weißes Tuch über Edda. „Lebe wohl mein Kind,“ flüsterte sie ihr zu und nahm das kleine Bündel Mädchen in die Arme. Sie wollte nur noch weg und das Mädchen in Sicherheit bringen. So schnell sie konnte lief sie mit ihr zu Eric. Eric ein unscheinbarer Mann war einst der Ehemann von Helga. Vor langer Zeit zog er in die leerstehende Waldhütte und richtete es sich dort ein. Helga verbat ihm jemals den Hof wieder zu betreten. Er war ein leidenschaftlicher Maler und seine Bilder wurden immer beliebter. Auf einer seiner Ausstellungen lernte er Alva kennen und blieb mit ihr zusammen. Gemeinsam wollten sie sich nun um das Mädchen kümmern. Die Jahre zogen ins Land. Magnus wuchs zu einem kräftigen jungen Mann heran. Er liebte die Pferde, er liebte das Gestüt bis Helga eines Tages zu ihm sagte, du wirst einmal alles erben. Nur erzähle Eric nichts davon. Die Frage ob es sein leiblicher Vater sei, blieb nicht aus. Unwirsch antwortete Helga mit einem Nein. Doch sie überwand ihre Missgunst und begann Magnus ein Märchen zu erzählen. Eric hätte sie grün und blau geschlagen und immer unter Druck gesetzt. Sie geriet so in Rage, dass es aus ihr herausplatzte: „Magnus, du hast eine Schwester. Eric hat sie fast tot geschüttelt weil sie behindert war. Alva hat sie mitgenommen.“ Magnus wurde kreidebleich. „Du warst mit einem Mörder liiert?“ Helga schüttelte den Kopf und verneinte: „Keine Sorge, er ist nur dein Großvater. Dein Vater war Sven.“ „War?“ „Ja,“ antwortete Helga im gekünstelt weinerlichem Ton. „Er lebt nicht mehr. Fiel im Galopp kopfüber vom Pferd.“ Magnus hatte genug gehört. „Und das erzählst du mir erst jetzt.“ Helga senkte den Blick. Sie wusste dieses Geheimnis hätte sie wahren müssen. Kopflos sattelte Magnus sein Pferd und ritt zu einem Wäldchen. Er hatte es schon immer vorgehabt den Maler zu besuchen. … Verwundert stellte er fest, dass das Holzhaus sogar ein großes Fenster besaß. Darin hatte der Maler zwei handgemalte Porträts platziert. Kinderbilder. Magnus war sprachlos. ‚Das eine Kinderbild ähnelte ihm, das andere Gesicht ist meine Zwillingsschwester,‘ durchfuhr es ihn. … Wird er sie finden können? Liebe Leser die Spannung hält sich bis zum Schluss. Lasst die Kinder nicht aus den Augen…
Plötzlich wehten ein paar vergilbte Blätter auf meine Terrasse. Kamen sie etwa aus dem Koffer? Manchmal gibt uns das Schicksal die Wege vor, selbst wenn wir Ende des Monats noch im Septembergold schwelgen.
Aus meinem Gedicht: „Septembergold“
Vers Zwei:
Altweibersommer zieht übers Land
Knüpfend mit silbernen Spinnenweben.
Der Herbst prägt sein güldenes Band
Im Septembergold, mit sanften Beben..

Vers 4
Wo Gedanken eine Brücke bauen
Begrüßt die Sonnenblume den Tag.
Mit einem frohen Glücksvertrauen,
ihr Strahlenkranz es zeigen mag.


Damit schließt sich der September und man erfreut sich an den letzten Sonnenstrahlen. Sie geben uns Kraft und Mut bis zum Ende des Jahres zu gehen.
…Manchmal fragt man sich, womit fängt der neue Tag an. Füße aus dem Bett hängen lassen, Augenreiben bringt nichts, aufstehen ist noch schlimmer, die arme warme Bettdecke zurück schlagen gar unmenschlich. Es ist eigentlich eine unnütze Kraftanstrengung. Aber der Tatendrang kommt meistens beim Frühstücken. Eine Tasse Ostfriesentee rundet alles ab. Der Tag kann beginnen, wenn man mich an diesem Tag gelassen hätte. Täte gerne, würde gerne, aber just in dem Moment klingelt das Handy, gleichzeitig das Telefon und die Post an der Tür. „Würden sie das Paket für Heidi Blümchen annehmen?“ Haben sie etwa Alle durch den Türspalt geguckt, genau diesem Moment. Manchmal kommt es mir so vor. Sicher ging es euch Allen auch mal so. Immer wenn man gerade … Ich setzte mich nun konsequent an meinen Schreibtisch und begann mir das Oktoberblatt vorzunehmen. Es gibt immer wieder Neues und Interessantes zu dem jeweiligen Monat. Dieses Mal ist es der 10. Monat nach dem gregorianischen Kalender – Oktober -. Im Mittelalter galt er sogar als heilig. Die Staatsoberhäupter und Könige durften nur im Oktober heiraten. Doch zur heutigen Zeit steht ganz groß der 3. Oktober. Ein gesetzlicher Feiertag. „Tag der Deutschen Einheit“ Am 7. Oktober 1949 feierte die DDR den Tag ihrer Staatsgründung. Durch die Grenzöffnung am 9. November 1989 trat die DDR am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland bei. Der wohl einprägsamste Tag der deutschen Geschichte.
Das Mittelalter brachte in vielem eine Wendung. So auch das Erntedankfest. Die römisch-katholische Kirche führte es offiziell im 3. Jahrhundert ein. Es trägt eine lange Geschichte mit sich. An dem Tag werden die Ernteeinnahmen gesegnet. Das bekannteste Kirchen-und Bauernlied stammt von Matthias Claudius (1783).
„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand…“
Vor mir steht aber eine Flasche mit Kräuterlikör. Einfallsreich darauf ein Etikett mit der Abbildung von Martin Luther. Durch ihn wurde der 31. Oktober 1517 zum Tag der Reformation. 95 Thesen nagelte er an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Diese forderten in lateinischer Sprache geschrieben Buße und Aderlass. Ob es diese Thesen wirklich gab ist immer noch umstritten. Wenn ich mir aber meine Kräuterflasche so betrachte, so mit Drehen und Wenden ganz genau, kann es nur gerechtfertigt sein, dass der 31. Oktober 2018 zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde. So ist wenigstens das geklärt.
Gleichzeitig galt der letzte Tag im Oktober auch als Erntefest der Kelten. Sie feiern das Samhainfest in dem Glauben, wenn die Welt offen für die Toten stand, war es der beste Zeitpunkt um die Zukunft vorauszusagen. Im Grunde jedoch ist es eine Verschmelzung von Erntedankfest und Halloween in deren Mittelpunkt bis heute der Kürbis steht.
Der Kürbis, gelb oder orange ist ein sehr schmackhaftes Obst oder Gemüse. Wie immer man es benennen will. Auf jeden Fall schmeckt es vorzüglich. In meiner Kindheit gab es gerade in dieser Zeit eine leckere duftende Kürbissuppe.
Vielleicht kennt Ihr es. Hier mal das Rezept dazu:
Den Kürbis schälen, waschen, in kleine Würfel schneiden und musig werdend, in ein wenig Wasser kochen lassen. Dann Milch dazu gießen. (Menge wie gewünscht) Zucker, eine Zimtstange und Milchreis mit in den Kürbistopf geben. Nun solange kochen bis der Reis in der Suppe gar ist. Hinterher schön abkühlen lassen und wenn man es mag, mit Zimt und Zucker bestreuen.
So eine Kürbissuppe erlebt selten den Tag darauf, selbst wenn es „Ein Tag im Glück“ ist. Somit bin ich mit meinem Koffer in die nächste Geschichte gerutscht in der Patrizia gerade ihren bunt gepunkteten Knirps zusammen klappte. Sie sah sich schon in Hamburg, im Mahnmal St. Nicolai. Nach dem sie einen vergilbten handgeschriebenen Zettel ihrer Großmutter fand, hegte sie schon lange den Wunsch das Mahnmal zu besichtigen. „In 76 Meter Höhe hat man einen wunderschönen Rundblick auf Hamburg“, sagte ihr jemand. Schon bald fuhr sie mit der S-Bahn in die Innenstadt und steuerte nach langem Lauf auf das Mahnmal zu. Dachte sie, doch fand es nicht. Da kreuzte ein junger Mann ihren Weg und begleitete sie dorthin. Er stellte sich mit Tom vor. Mit seiner Hilfe stand sie schon bald auf der Ausguckplattform und sah verträumt auf die Alster. Eine Dame näherte sich ihr und gab ihr viele Informationen über dieses Bauwerk mit seinen 51 Glocken. Es ist Deutschlands ältestes Carillon. Es hat ein Gewicht von dreizehn Tonnen… Hättest Du es gewusst? Der Erbauer war eine niederländische Firma - Glockengießerei aus Asten. 1993 wurde das Glockenspiel eingebaut. Total begeistert von den ganzen Eindrücken trat Patrizia den Heimweg nach Bergedorf an. Sie hatte vor sich ein Buch über das Mahnmal St. Nicolai zu kaufen. … Doch sie hatte es eilig, weil ein Date mit dem jungen Mann vorm Block-House anstand. Leider verlief es anders als gedacht, denn Tom musste schnell wieder zurück, weil Rosini auf ihn wartete. Rosini? Mehr erfuhr sie erst am nächsten Tag. Da wurde das Treffen nachgeholt mit etlichen schönen Ideen und Ausblicken auf die Elbe … So endete ein Tag im Glück.
Nur „Der Kürbismann“ war weit und breit nicht zu sehen. Er geisterte durch mein Gedicht.

Vers 5 bis 8
„Nun holt mich endlich ab von hier,
noch diene ich als Halloween Zier.
Jeden lache ich gespenstisch an,
fratzig mit allem Drum und Dran.“

Unheilvoll näherte sich ein Krähenfuß,
pickend an der Schale als Morgengruß.
„He Mann fang nicht an zu diskutieren,
am Ende wirst du deinen Kopf verlieren.“

Der letzte Tag nahm seinen Lauf.
Übersinnlich zog die Mitternacht auf.

Damit verabschiedet sich der Oktober und macht dem November Platz. Mit seinen zahleichen Toten Gedenktagen. Dieser Monat verankert viele gesetzliche Feiertage. So den Tag der Deutschen Einheit am 9. November 1989. Das dunkelste Kapitel Deutschlands schrieb die Geschichte am 9. November 1938 mit seiner Kristall- oder Reichspogromnacht die den Horror von unzählbaren Judenleid trägt. Die NS Zeit trat damals in eine neue Dimension, die mich selbst tränenvoll an die Geschichte denken lassen. Die Frage wird ewig im Raum stehen: Warum? Warum musste dieses alles geschehen? Ich möchte mich diesem Thema hier nicht länger widmen. Es würde den Rahmen sprengen. In meinem Buch steht natürlich mehr davon. Doch für Jeden von uns gilt der Satz:
„Man kann nur mit Kraft und Mut dem Bösen ins Augen schauen um damit fertig zu werden.“ Das Unheilvolle, angstauslösende war auch in meiner nächsten Geschichte zugegen.
„Das Blutherz vom Bodden“. Oft wurde ich gefragt, ob es eine reine Tatsachengeschichte sei oder reine Fantasie. Da muss ich lächeln und sagen: „Weder noch.“ Lest es selbst und sucht nach diesem Blutherz im Bodden. Im Nebel liegt so manches verborgen.
… Nebel wohin man auch sah. Eine graue Masse nahm die Natur gefangen und hüllte sie in eine unheimliche Stille. Nur das leise Tuckern eines Autos drang durch die Luft. ‚In ein paar Stunden wird es über weiter Flur hell werden,‘ dachte Mila und zog die Nase kraus. Sie fröstelte und griff noch fester ins Lenkrad. Der Darß näherte sich.
Übernächtigt von der Halloweennacht suchte sie nach einem Rastplatz am alten Friedhof und sah eine dicke fette Spinne Mitten im Netz am Innenspiegel. Diese Spinne begleitete sie auf ihrer Fahrt zur Meiningenbrücke. Sie sah Mila mit argwöhnisch an. Mila stockte der Atem. Am liebsten hätte sie aufgeschrien, denn sie hasste Spinnen und ekelte sich davor. Im letzten Moment des Entsetzens fasste sie sich. „Verzieh dich,“ prustete sie ihr energisch zu. Doch das acht beinige Vieh bewegte sich nicht. Mila kämpfte mit sich. Sollte sie trotz Spinne weiterfahren? Ihr drehte sich der Magen um als ihr bewusst wurde, dass das Ungetüm mit den ganzen Augen den Rundumblick hatte. ‚Notfalls erstechen,‘ dachte sie. Auf einmal glitzerte etwas auf dem Beifahrersitz. Es verwandelte sich in ein rotes Blutherz. In einer Zirkelschrift trug es ihr auf es zum Bodden zu bringen. Im zwölften Jahrhundert hausten dort Slawen und nahmen es bei ihrem Weiterziehen mit. Damit der Bodden sein Eigentum zurück bekam, musste das Blutherz wieder dorthin zurück wo die Kraniche auf Mila warteten. Diesen Auftrag sollte Mila durch viele Ängste und Wirren ausführen, selbst wenn es um ihr eigenes Leben ging … Was es damit auf sich hatte könnt Ihr in meiner Geschichte nachlesen. Derweil wälzte sich noch immer der beklemmende Nebel über das Erdreich als hätte er vor alles zu verschlingen. … Mila wollte schnellstens nur eins, endlich das Kranichdorf Bresewitz erreichen, aber der blinkende Gegenstand in ihrer Hand hielt sie fest im Griff. Das Grauen packte sie an den Schultern. „Wir haben dich gewarnt.“ Dann verschwand es und ließ Mila wie ein Häufchen Unglück, mit dem Blutherz in der Hand, zurück. Es fühlte sich auf einmal gummihaft an. Sie drückte es an ihre Brust. ‚Was soll ich nur tun?, flüsterte sie hoffnungslos. Liebe Leser, ob sie es schaffte, es dem Bodden zurück zu bringen kann man meiner Geschichte entnehmen. Aber Vorsicht, denn das Blutherz vom Bodden schlägt noch immer. Die arglistige Spinne könnte zu Milas Freund werden, wenn der Nebel die Landschaft… Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…
So mache ich mit Euch einen Gedankensprung zu „Novemberblues und Sonne“
Vers 5
„Der November mimt die Dunkelheit
Wo sich das Herz im Schmerz verliert.
Es ist die Sonne die das Gemüt erhellt. Positive Gedanken kräftigen den Tag.“


Nun liebe Leser, kehren wir dem grauen November einfach den Rücken und schlendern in den lichtdurchfluteten 12. Jahresmonat. Nach dem gregorianische Kalender ist es der Dezember. Unter dem Zeichen des Weihnachtsfestes nennt man ihn passend dazu Christmond. Viele mögen sich erinnern, dass am Heiligabend der Mann mit dem Rucksack und großen Bart kam. Die Rute immer dabei, obwohl wir Kinder immer sehr lieb waren und gleich aufsagten: „Lieber guter Weihnachtsmann - Schau mich nicht so böse an, stecke deine Rute ein ich will auch immer artig sein.“ Artig sind wir doch Alle oder? Daher ließ sich der Weihnachtsmann immer erweichen, selbst wenn man es nicht so genau aufsagte. Weihnachtsmänner haben viel Herz für die Kinder. Weihnachtsmänner kamen oft als Väterchen Frost aus Sibirien. Frankreich wurde vertreten durch den pere noel. Bei uns im Norden kommt er vom Nordpol oder Südpol und wie mir letztes Jahr Weihnachten ein Weihnachtsmann ins Ohr flüsterte, suchen sie viele Nachkommen die in ihre Fußstapfen treten. Wäre das etwas für Euch? Was gibt es Schöneres als leuchtende Kinderaugen?
Viele kennen das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Wisst Ihr auch, dass es eigentlich ein heidnischer Brauch ist und erst 1527 geschichtlich erwähnt wurde. Urkundlich wurde der erste Tannenbaum 1537 im Straßburger Münster aufgestellt. Damals wurde er mit Äpfel, Papierstücken und Zuckerfiguren geschmückt. Später kam Lametta aus Rauschgold hinzu. Wegen der Schädlichkeit ging man vom Bleilametta zu Kunststofflametta über. Später verzierten sogar Kugel die Tannenzweige. 1830 tauchte plötzlich das Räuchermännchen im Erzgebirge auf und erfreut uns heute noch. Doch am Eindrucksvollsten war es die Weihnachtsgeschichte zu berühren. Im Jahre 1223 wurde es von Franz von Assisi in vielen Ländern genehmigt. Das macht die Geschichte lebendiger denn je. Ja, und wer kennt ihn nicht, den vielerorts heißgeliebten Christstollen. Erfunden wurde er 1329 in Schaumburg an der Saale. Damals stellte man einen zusammengekneteten Teig aus Mehl, Wasser, Öl, Hefe und Hafer her. Als Symbol für die Windel des Christkindes. Hätte es nicht den Kurfürsten Ernst von Sachsen (1441 – 1486) und seinen Bruder Albrecht der Beherzte (1443 – 1500) gegeben, würde es echt eine trockene Angelegenheit geblieben sein. Sie richteten einen Bittbrief an den Papst Innozenz VIII, der ein Einsehen hatte und mit einem Butterbrief die Verwendung von Butter Zucker und Honig frei gab. Eine leckere Tradition ward geboren … Um Weihnachten gab es oft schöne und unschöne Ereignisse. Unvergessen und ins Weltkulturerbe trat wie ein Wunder ein Lied das im ersten Weltkrieg 1914 an der belgisch-französischen Grenze im Kampfgetümmel die Waffen schweigen ließ.
„Stille Nacht – Heilige Nacht“
Mein innigster Wunsch wäre, dass das Lied allzeit erklingen möge und damit Frieden und Verständigung unter den Völkern dieser Erde bringen würde.
Dabei fangen Frieden und Verständigung schon in unserer Mitte an. In der Familie, in der Freundschaft, unter Kollegen bei der Arbeit, bei fremden Kulturen. Im Grunde könnte die Welt so schön sein. Leider bleibt es bis heute bei dem - könnte. Doch liebe Leser einen ganz besonderen Menschen, mit dem Herzen auf dem rechten Fleck gibt es in meiner letzten Geschichte. Es geht um einen Alkoholiker namens Kuddel, der seine Liebe zum Engelschnitzen auslebte und dem Alkohol letzt endlich entsagte. Doch die Einsamkeit und die Sehnsucht nach seiner Tochter brach ihm fast das Herz, wenn nicht „Pauli – Der Weihnachtshund“ in sein Leben getreten wäre … Lasst Euch verführen in die fromme Adventszeit und ein Wunder geschehen. Nebenbei könnte man vielleicht ein Lebkuchenmännchen essen. Moment! Da schreit mich doch einer von der Seite an. Klein, braun, köstlich…aber ich will man nicht so sein, denn ich habe „Ein Herz für Lebkuchenmännchen“
Vers 7 bis 9
Das Fest der Liebe war erfüllt mit Herz,
für jedes Lebkuchenmännchen in Not.
Nur die Kleinen verschwanden heimlich.
Sie hatten absolutes Auftrittsverbot.

Ich schmeckte sie auf meiner Zunge.
dazu knistert es heimelig im Kamin.
Fröhlich erklangen Weihnachtslieder,
zur Winterzeit die beste Medizin.

Mir träumte von dem Lebkuchenmann,
der genoss sein Dasein ohne Schwächen.
Zärtlich küsste er seine Lebkuchenbraut
Und war glücklich über mein Versprechen.



Liebe Leser, mein Versprechen Euch gegenüber halte ich auch. Ich verlose ein Buch „Ein Koffer voller Monate „Wenn Ihr aus meinen Beiträgen von September-Oktober-November-Dezember 4 vorgegebene Fragen erraten könnt, bekommt der Gewinner kostenlos ein Buch „Ein Koffer voller Monate“ handsigniert, direkt von mir geschenkt. Bitte die Auflösungen der 4 Rätselfragen mit einer mail an info(at)mirfaelltnixein(dot)de an schicken. Sie haben damit bis zum 30.06.19 Zeit. Das Team von www.mirfaelltnixein.de legt die Zuschriften in eine große Lostrommel und unser Hartmut veranlasst die Ziehung. Macht mit. Vielleicht bist gerade Du der glückliche Gewinner dieses Buches. Das wünsche ich Euch Allen. Eure Autorin Karin Fehde. Auch einsehbar unter www.karin-fehde.de.
Zu den Fragen:
1) Aus der Septembergeschichte Das andere Gesicht:
Wie heißen die Zwillinge von Edda?

2) Aus der Oktobergeschichte Ein Tag im Glück:
Welches Gewicht haben die 51 Glocken des Mahnmals St. Nicolai in Hamburg

3) Aus der Novembergeschichte Das Blutherz vom Bodden
Wie heißt das Kranichdorf wohin das Blutherz sollte?

4) Aus "Interessantes im Dezember":
Welches Weihnachtslied ging in das Weltkulturerbe ein?

© Text: Karin Fehde
Fotos: Hans-Jürgen Fehde

 

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