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Ein Buch entsteht
Eine Schriftstellerin erzählt

Karin Fehde

Geschafft! Es juckte mir schon lange in den Fingern, ein bestimmtes Buch zu schreiben. Ein Jahresbuch. Mein Blick fiel auf die Tastatur meines Laptops und im Kopf versuchte ich mir das Jahr vorzustellen. „Ein Koffer voller Monate“ mit Geschichten, Lyrik, Interessantem zu den Monaten und ein Naturbild, Beiträge, die die Seiten eines Buches füllen würden. Und so begann ich am 1. Januar 2018 an meinem Werk zu arbeiten.
Im Laufe des Lebens lernte mal vieles über die Monate. Meine Recherche begann mit dem Januar, wo er das erste mal im gregorianischen Kalender auftauchte. Alles begann mit der Gottheit Janus und nahm seinen Lauf. Wir durften auf seinem Weg teilhaben am 31.1./1.2.2018 mit der Super-Blau-Blutmondfinsternis. An dieses schicksalhafte Datum werden wir uns sicher alle erinnern. Leider war der Himmel vielerorts durch das regnerische Wetter nur verschleiert sichtbar.
Während meines Schreibens sang eine kleine Mädchengruppe vorm Wohnzimmerfenster ein fröhliches Lied. Im Stillen summte ich mit. Ich beobachtete es eine Weile und überlegte, ob sie wohl auch Lena hießen, wie das Kindergartenkind in meiner ersten Geschichte. Die Kleine haderte mit ihrem Beinbruch und wünschte sich sehnlich wieder laufen zu können. Der Zaubernuss-Hamamelis wurde ihr Zauberstrauch. Er stand an der Terrasse, fast greifbar in Fensternähe. Immer wieder presste Lena ihre Nase an die Fensterscheibe und seufzte. Doch auch die Natur sehnte sich nach Frühling und versank in meiner Lyrik mit „Januar – Träume“. ‚Gut Ding braucht Weile‘, sagt man. Somit läutete ein Hamamelisblütenbild den Februar ein.
Wie ich einst lernte begann der zweite Jahresmonat Februar mit der Liebesgöttin Februata. In der Vorfrühlingszeit wurden damals Fruchtbarkeitsrituale erotisch und lustvoll abgehalten. Dieses war der alten katholischen Kirche ein Dorn im Auge und sie erfand den Märtyrer Valentin. Er sollte Schutzpatron für die Verliebten sein. Da er aber auch nicht christliche Paare traute, wurde ihm dieses zum Verhängnis. Man richtete ihn am 14. Februar 269 n. Chr. hin. Dadurch bürgerte sich für uns der heutige Valentinstag ein. Was diesen Monat noch bekannt macht, ist in Interessantes zum Monat Februar in meinem Buch zu lesen. Unterdessen erblüht so nach und nach die Natur. Krokusse, Schneeglöckchen und die gelb sonnenleuchtenden Winterlinge. Sie erregen manches heimelige Gefühl. Viele Menschen trachten nach Erneuerungen, gründlich sauber machen, mit dem Putzlappen durch die Gegend wedeln und Ideen sprießen lassen. Dennoch ist eines gewiss:
„Winterlinge machen keinen Frühjahrsputz“. Während Else und Hermann sich in den altbekannten Trabi schwingen, um ihre Ideen nach neuen Gardinen nachzukommen, puffte der alte Trabi auf dem Weg nach Waren vor sich hin. „Man kann sagen, die Frauen haben Ideen und Männer müssen sie ausführen“, sagte mein Mann, während ich ihm die Geschichte vorlas. Das sind halt Männerweisheiten und Frauen akzeptieren es, um Ruhe zu haben oder umgekehrt? Lach. Schon befand ich mich nach der Geschichte in meiner Lyrik auf Wanderfüßen. „Wohin der Weg uns führt“. Ein Bild vom goldgelben Stern des Winterlings rundet den Februar romantisch ab.
Der Leser taucht nun in den Jahresmonat März. Ein sehr kriegerischer Monat der mit dem Kriegsgott Mars mit seinen 31 Tagen den Verlauf nahm. Die Römer nannten ihn einst Martius. Nach meiner Recherche hinterließ der 14. März 2018 eine unvergessene Spur. Sie führt zurück zu Stephen Hawking, einem weltbekannten Wissenschaftler. Er lieferte die Selbsterkenntnis über den Urknall, der schwarzen Löcher und warnte vor der Klimaerwärmung. Niemand sollte die Klimaerwärmung aus den Augen lassen. Sie bedroht unsere Zukunft und die, unseren Nachkommen. Ein wichtiger Grund jeden Tag darüber nachzudenken.
Damit es abwechslungsreich nicht nur mit den Jahreszeiten bleibt, dachte der Erfinder Benjamin Franklin im Jahr 1784 den Kerzenverbrauch zu reduzieren. So kam es zur Zeitumstellung durch das Deutsche Reich vom 30. April auf den 1. Mai 1916. Damit begann das geschichtliche Hin und Her. Sommerzeit ja, Sommerzeit nein, zulasten der Gesundheit von Mensch und Nutztier. Energie Einsparungen bleiben aus. Hauptsache es wurde ein neues Gesetzt erschaffen, das bis heute noch seine Gültigkeit hat. Kräftige Sonnenstrahlen schienen an diesem Tag durch das Fenster: Es war Nachmittag geworden. Ich ließ meine Gedanken weit zurück schweifen nach St. Petersburg. Man schrieb das Jahr 1736, wo ein Soldat mit seinem letzten Atemzug eine Flaschenpost in die See gleiten ließ. Der Gedanke daran machte mich traurig. So viel Leid. „Flaschenpost und Märzensonne“, ist eine Geschichte aus dem Leben gegriffen. Die Flaschenpost nahm einst ihren Weg über die stürmischen und teils sanften Wellen der Ostsee und verankerte zu guter Letz, nach einem Zeitensprung, im Dünensand von Fehmarn.
Westermarkelsdorf am 1. März 2017. Ein vergnügtes Pärchen schlenderte den Strand entlang. Ihr Ziel war der alte Leuchtturm. Seine achteckige Form faszinierte schon so manchen Besucher. 1880 wurde er aus Backsteinen gebaut. Ursprünglich war er 10 Meter hoch und wurde 1902 auf 17 Meter aufgestockt. Er war eine Nutzquelle für die Schiffe. Angefangen mit Benzol-Glühlichtbrenner. Später wurde er elektrisch betrieben. Marion und Hinnerk vertieften sich in die Geschichte vom Leuchtturm und zogen es vor, eine Pause im Dünensand zu machen. Sie alberten und scherzten als Hinnerk plötzlich stutzte und eine alte Glasflasche in der Hand hielt. Erstaunt hielt er sie der Abendsonne entgegen und riss erstaunt die Augen auf, weil er in der Flasche etwas entdeckte. Während Marion nachdenklich fragte was es sei, hatte Hinnerk die Antwort bereit. Eine Flaschenpost. Doch was war es für ein Inhalt, woher kam sie … Nachdenklich sahen sie auf die See. Die Frage darauf kann man den Inhalt meiner Geschichte entnehmen. „Flaschenpost und Märzensonne“ ...
Während der Frühling immer mehr erwacht, sprießen die Buschwindröschen. Die Seele jauchzet immerzu – vorbei ist nun die Wintersruh. Ein Foto dieser lieblichen Blume schließt den Monat ab.
Alle Jahre wieder sagt man ganz oft, wenn man dem launischen Wetter folgt. „April, April weiß nicht was er will“ Auf jeden Fall ärgert das ständig wechselnde Wetter manchen von uns. Mich auch, weil gerade ein Donnergrollen näher kam. Vielleicht hatte der Wettergott mal wieder schlechte Laune. Es war wie damals auf unserer Hochzeit. Auf den Weg zur Kirche flogen mein Mann und ich fast davon. Unter dem Gewand des Pastors fing sich eine stürmische Böe. Man konnte denken, er war im neunten Monat schwanger. … Doch eine Liebe konnte es nicht erschüttern. Während ich schreibe, geht draußen gerade ein Gewitterschauer mit Schnee-Hagel-Graupel nieder. Aber im Wohnzimmer fühle ich mich geborgen. Statt im Freien zu surfen, taxiere ich wieder meine Tastatur und wende mich weiter dem April zu. Wahrscheinlich geht der vierte Jahresmonat auf die Göttin der Liebe Aphrodite zurück. Im römischen war es der Name Venus. Man schaut gerne in den Nacht-und Morgenhimmel, weil doch die Venus immer so herrlich sichtbar ist. Das Bekannteste im April oder auch schon März sind wohl die Osterfeste. Hierum ranken sich viele Bräuche und Begebenheiten. Der Überlieferung nach war der Osterhase der Bote von Aphrodite und der germanischen Göttin Holda. Mehr über den April ist unter Interessantes zum April in meinem Buch „Ein Koffer voller Monate“ zu finden.
So närrisch wie der April sind auch manche von Alkohol umnebelten -sagen wir mal, liebevoll genannte Saufköppe. Einen davon verschlug es in die Vierlande bei Hamburg. Es war das Entsetzen seines Lebens. Zittrig rief er die Polizeistation an und lallte, dass er von Blutflecken umgeben an einem Gartenteich stehe. Auf die Frage des Polizisten: „Wo?“, kam nur: „Keine Ahnung“. Liebe Leser heute schon gelacht? Vertiefen sie sich in diesen Krimi und die Arbeit von zwei geduldigen Polizisten. Manches, was ausschaut, wie das grausige Verbrechen findet hierin wahrscheinlich eine Kehrtwende … Werden Sie selbst zum Detektiv … Frohen Mutes stieg ich an einem Nachmittag auf mein Fahrrad und radelte an der Elbe entlang. Die Sonne lockte mit ihren Strahlen und mein Drahtesel forderte mich zu einer Tour geradewegs heraus. Der Gedanke die Aprilstunden im Alten Land zu genießen, war mir e in Bedürfnis. Haben Sie Lust mit zu kommen, um die Obstbaumblüte im Alten Land mitzuerleben? Wie schön der Zauber in der Natur ist, zeigen die Apfelblüten auf dem Foto.
Damit schließe ich die ersten 4 Monate im Jahr. Und freue mich mit Ihnen in der nächsten Ausgabe weiter durch die Monate zu wandern. Noch enthält der Koffer viele Monate.

© Text: Karin Fehde
Fotos: Hans-Jürgen Fehde

 

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